Rasenmäher mit Verbrennungsmotor
Der Benzinmäher gilt als Auslaufmodell – zu Unrecht. Auf Flächen über 800 Quadratmetern, bei hohem oder feuchtem Gras und überall dort, wo keine Steckdose in der Nähe ist, arbeitet er nach wie vor zuverlässiger als jeder Akkumäher seiner Preisklasse.
Motoren und Abgasnormen
Seit Einführung der Abgasstufe V müssen auch kleine Verbrennungsmotoren strengere Grenzwerte einhalten. Für den Nutzer heißt das vor allem: fettere Gemischeinstellungen sind Vergangenheit, die Vergaser laufen magerer und reagieren empfindlicher auf schlechten Kraftstoff.
Praktische Folge: Kraftstoff, der über den Winter im Tank steht, macht heute mehr Probleme als vor zehn Jahren. Ethanolhaltiges Benzin zieht Wasser und greift Dichtungen an. Wer den Mäher einlagert, fährt den Tank besser leer oder nutzt Alkylatbenzin.
Wartung, die tatsächlich etwas bringt
Ölwechsel
Der wichtigste Punkt und zugleich der am häufigsten übersprungene. Viertaktmotoren im Gartenbereich fassen oft weniger als einen halben Liter – entsprechend schnell altert das Öl. Einmal pro Saison ist Minimum, bei großen Flächen eher zweimal.
Luftfilter
Ein zugesetzter Schaumstofffilter kostet spürbar Leistung und lässt den Motor fett laufen. Auswaschen, trocknen, leicht einölen: fünf Minuten Arbeit, die den Unterschied zwischen einem willig laufenden und einem quälend hochdrehenden Motor ausmachen.
Messer
Ein stumpfes Messer schlägt das Gras ab, statt es zu schneiden. Die Schnittfläche fasert aus und trocknet ein, der Rasen wird fleckig. Nachschärfen geht mit der Feile, wichtig ist danach das Auswuchten – ein einseitig geschärftes Messer ruiniert über eine Saison die Kurbelwellenlager.
Antrieb: geschoben oder selbstfahrend
Radantrieb lohnt ab etwa 600 Quadratmetern oder bei jeder nennenswerten Steigung. Der Aufpreis fällt einmalig an, die Ersparnis an Kraft merkt man ab dem ersten Einsatz.
Zu beachten: Der Antrieb bringt zusätzliche Verschleißteile mit – Keilriemen, Bowdenzug, Getriebe. Wer sein Gerät zehn Jahre fahren will, sollte prüfen, ob es für das Modell noch Ersatzteile gibt.
Wann sich der Umstieg auf Akku lohnt
Bei Flächen bis etwa 400 Quadratmetern, ebenem Gelände und regelmäßigem Mähen ist der Akkumäher inzwischen die vernünftigere Wahl: kein Ölwechsel, kein Vergaser, kein Startproblem im Frühjahr.
Darüber hinaus wird die Rechnung schwieriger. Zwei Akkus, Ladezeiten und der Leistungseinbruch in hohem Gras sprechen weiter für den Verbrenner – zumindest solange man ihn ordentlich wartet.