Mähroboter
Kaum ein Gartengerät hat sich in den vergangenen fünf Jahren so stark verändert wie der Mähroboter. Wo früher ein Begrenzungsdraht im Boden lag, arbeiten die Geräte heute mit RTK-Antenne, Kamera oder beidem gleichzeitig. Das macht die Einrichtung leichter – und die Fehlersuche schwerer.
Navigation: Draht, Satellit oder Kamera
Die Drahtgeneration ist technisch simpel und störungsarm, verlangt aber Verlegearbeit und verzeiht keine Gartenumbauten. Wer eine neue Beetkante zieht, gräbt den Draht wieder aus.
RTK-Systeme arbeiten mit einer festen Referenzantenne und erreichen im offenen Garten Genauigkeiten im Zentimeterbereich. Ihre Schwäche sind Bäume und Hauswände: Wo der Himmel verdeckt ist, bricht das Signal ein und das Gerät fällt auf Notfallnavigation zurück.
Kamerabasierte Modelle brauchen keinen freien Himmel, dafür ausreichend Licht und einen sauberen Sensor. Ein von Grasspritzern bedecktes Objektiv führt zu Zickzackfahrten – das ist keine Störung, sondern die logische Folge fehlender Bildinformation.
Verschleiß: wo die Kosten wirklich entstehen
Der Anschaffungspreis ist nur die halbe Rechnung. Im Betrieb kosten drei Teile regelmäßig Geld: Klingen, Mähteller und irgendwann der Akku.
Klingen sind das häufigste Verschleißteil. Je nach Fläche, Grasart und Sandanteil im Boden halten sie zwischen sechs Wochen und einer halben Saison. Wer auf leichtem Sandboden mäht, tauscht deutlich öfter als jemand mit lehmigem Untergrund.
Der Mähteller selbst hält länger, ist aber nicht unverwüstlich. Wurzeln, vergessene Zeltheringe und Steinkanten hinterlassen Kerben, und ein Teller mit Unwucht überträgt die Vibration direkt auf die Motorlager.
Woran man einen fälligen Klingenwechsel erkennt
- Die Halmspitzen sind ausgefranst statt glatt getrennt – bei stumpfen Klingen wird das Gras gerissen, nicht geschnitten.
- Der Rasen wirkt zwei Tage nach dem Mähen gräulich oder fahl, weil die aufgerissenen Halmenden antrocknen.
- In dichteren Zonen bleiben einzelne Halme stehen, obwohl das Gerät die Fläche vollständig befahren hat.
- Eine Klinge dreht sich nicht mehr frei um ihre Schraube oder zeigt sichtbare Kerben.
Häufige Fehler beim Wechsel
Der klassische Fehler ist der Teiltausch. Wer nur eine beschädigte Klinge ersetzt und die anderen weiterlaufen lässt, erzeugt eine Unwucht: Die neue Klinge wiegt minimal mehr als die abgenutzten. Bei mehreren tausend Umdrehungen pro Minute reicht das für spürbare Vibration.
Der zweite Fehler betrifft das Anzugsmoment. Zu locker angezogene Schrauben lösen sich im Betrieb, zu fest angezogene blockieren die Pendelbewegung. Die Klinge muss sich nach der Montage von Hand frei um ihre Achse drehen lassen – das ist die einfachste Kontrolle, die es gibt.
Was in diesem Bereich noch erscheint
Wir bauen diesen Bereich schrittweise aus: Vergleiche einzelner Navigationssysteme, Erfahrungsberichte nach ganzen Saisons und konkrete Wechselanleitungen für die gängigen Gerätefamilien. Die neuesten Beiträge stehen jeweils auf der Startseite.