Bewässerung
Bewässerung ist der Bereich, in dem im Garten am meisten Wasser und Geld verschwendet wird – meist nicht durch die falsche Technik, sondern durch die falsche Zeit. Wer mittags gießt, verliert je nach Temperatur und Wind einen erheblichen Teil durch Verdunstung, bevor das Wasser die Wurzeln erreicht.
Schlauch, Perlschlauch oder Tropfer
Der klassische Gartenschlauch mit Brause ist flexibel und günstig, verlangt aber Anwesenheit. Für Beete mit unterschiedlichem Wasserbedarf bleibt er trotzdem oft die beste Lösung, weil man gezielt dosieren kann.
Perlschläuche geben über ihre gesamte Länge Wasser ab. Sie eignen sich für Hecken und lange Reihen, verlieren aber am Ende der Leitung spürbar Druck. Über etwa 30 Meter Länge wird die Verteilung ungleichmäßig.
Tropfsysteme mit einzelnen Tropfern arbeiten am sparsamsten, weil das Wasser punktgenau an die Pflanze geht. Der Aufwand bei der Installation ist höher, dafür lässt sich jede Pflanze einzeln versorgen – bei Kübeln und Gemüsebeeten der klare Vorteil.
Druck und Durchfluss: die zwei Zahlen, die zählen
Vor jeder Planung steht die Messung. Ein Eimer bekannten Volumens und eine Stoppuhr genügen: Wer weiß, wie viele Liter pro Minute aus dem Hahn kommen, weiß auch, wie viele Tropfer eine Leitung verträgt.
Typischer Fehler ist die zu lange Leitung mit zu vielen Abnehmern. Am Ende kommt dann kaum noch etwas an, während die ersten Tropfer überversorgen. Bei größeren Anlagen hilft ein Druckminderer – er sorgt für gleichmäßige Verhältnisse über die gesamte Strecke.
Steuerung: Zeitschaltuhr oder Sensor
Die einfache Zeitschaltuhr am Wasserhahn kostet wenig und löst das Hauptproblem: Sie gießt frühmorgens, wenn Verdunstung und Windbewegung am geringsten sind.
Bodenfeuchtesensoren gehen einen Schritt weiter und verhindern das Gießen nach Regen. Ihr Nutzen hängt stark von der Platzierung ab – ein Sensor im Schatten unter dichter Bepflanzung meldet dauerhaft feucht, während zwei Meter weiter die Sonne den Boden austrocknet.
Wasser sparen ohne Technik
- Früh am Morgen gießen, nicht abends – nasse Blätter über Nacht begünstigen Pilzbefall.
- Seltener, dafür durchdringend wässern: Das treibt die Wurzeln in die Tiefe, tägliches kurzes Gießen hält sie oberflächlich.
- Mulchschicht auf Beeten reduziert die Verdunstung spürbar.
- Regenwasser sammeln – kalkarm und temperiert, für die meisten Pflanzen besser als Leitungswasser.